Kulturschlachthof 

30.06.2026 | Provisorium (2024, Markus Lenz)

in der Theaterhalle mit Regisseur Markus Lenz und Experte Juan Manuel Quintero Serna, sowie KüfA von Iberoamérica e.V.

 

Titel: Provisorium
Regie: Markus Lenz
Verleih: Rotzfrech Cinema
Land: Deutschland
Sprache: OmdU - Spanisch mit deutschen Untertiteln
Dauer: 95 min
Genre: Dokumentation
Jahr: 2024
Einlass: 18 Uhr
KüfA: 18 Uhr von Iberoamérica e.V.
Input: 19 Uhr
Film: 19:30 Uhr
Diskussion: 21 Uhr
Ende: 22 Uhr
Solidarischer Eintritt: 5-9 €

Am Dienstag, 30.06.2026, um 18 Uhr wird die Dokumentation "Provisorium" zur Demilitarisierung von zwei Ex-Guerilla-Kämpferinnen der FARC-EP (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo) und deren Rehabilitation in die kolumbianische Gesellschaft gezeigt. Geladen sind der Regisseur Markus Lenz und der Experte Juan Manuel Quintero Serna. Er kommt gebürtig aus Cali, Kolumbien, hat M. A. Lateinamerikastudien studiert und ist Mitglied des Vereins Aktion Guajira. KüfA (Küche für Alle) wird organisiert von Iberoamérica e.V.. Der Input wird in Englisch stattfinden, lasst uns rechtzeitig wissen, wenn ihr eine (Flüster-) Übersetzung in eine andere Sprache benötigt. Der Film wird in Spanisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Wir nehmen einen solidarischen Eintritt von 5 bis 9 €. Falls sich Personen den Solibeitrag nicht leisten können, schreibt uns gerne eine Mail an pg-kino@freiraumjenaev.de und wir finden eine Lösung.

Seit Jahrzehnten herrschte in Kolumbien ein blutiger Bürgerkrieg, zwischen der kolumbianischen Regierung, der FARC-EP, rechten Paramilitärs und Drogenkartellen. Hunderttausende Menschen sind in diesem Krieg gestorben, Zehntausende sind vermisst, Millionen mussten fliehen und ihre Heimat verlassen. Niemand hätte gedacht, dass dieser Krieg jemals ein Ende finden wird. Und doch ist es passiert; die Waffen ruhen, Gespräche und Verhandlungen, über viele Jahre nähert man sich an. Im Jahr 2016 kommt es dann zu einem historischen Moment: Nach über 50 Jahren Krieg wird ein Friedensvertrag unterzeichnet: ein Projekt, was in seiner Komplexität einmalig ist. Ein Friedensprojekt mit Modellcharakter.

Markus Lenz begleitet über fünf Jahre die kolumbianischen FARC-Rebellinnen Vicky und Yulieth und begibt sich auf deren Reise in ein neues Leben. Die beiden Kämpferinnen befinden sich nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages am wichtigsten Scheidepunkt ihres Lebens: Die alte militärische Uniform soll abgelegt werden zugunsten eines neuen Gewands in ziviler Freiheit.
 
Doch gerade diese Freiheit ist trügerisch, denn der alte bewaffnete Konflikt ist nicht vorbei. Die damalige neu gewählte rechtsgerichtete Regierung unter Präsident Iván Duque sabotiert Teile der ausgehandelten Vereinbarungen und paramilitärische Gruppen besetzen die verlassenen FARC-Gebiete. Für indigene Aktivist:innen, Menschenrechtler und die demobilisierten Guerilla-Kämpfer:innen der FARC-EP wird es lebensgefährlich. Das Stigma, Teil einer Guerillagruppe gewesen zu sein, die gesellschaftliche Ablehnung sowie ständige Drohungen erschweren den Prozess ihrer Wiedereingliederung in ein neues Leben. Die ehemaligen Guerilla-Kämpfer:innen zahlen einen hohen Preis während die Optionen für ein Leben in Frieden schwinden!

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